Über 50.000 Migranten wurde die Einreise nach Griechenland verweigert, seit die Türkei die Grenze geöffnet hat

Migrantenkrise 2.0

Seitdem der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan Ende Februar die Tore nach Griechenland geöffnet hat, haben nach Angaben der griechischen Behörden 52.541 Migranten versucht, die Grenze zu überqueren.

Hunderte von Migranten haben täglich versucht, illegal nach Griechenland einzureisen, seit der türkische Staatschef einen zuvor veröffentlichten Bericht bestätigte, dass er am Samstag, dem 29. Februar, die Grenze zu Griechenland für alle Migranten öffnen würde.

Allein zwischen Sonntag und Montag dieser Woche versuchten nach einem Bericht der griechischen Zeitung Proto Thema insgesamt 713 Migranten, in den Mitgliedsstaat der Europäischen Union zu gelangen.

Das Magazin ergänzte, dass zwischen Samstag, dem 29. Februar, und Montag, dem 16. März, 52.541 Migranten versuchten, die Grenze zu überqueren, und 410 Personen von den griechischen Behörden infolgedessen verhaftet wurden.

Die große Präsenz von Migranten in der Grenzregion in der Nähe des Evros-Flusses hat auch zu wiederholten gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Migranten und griechischen Grenzsoldaten geführt.

Die griechische Mitte-Rechts-Regierung hat der türkischen Regierung nicht nur vorgeworfen, Migranten mit Bussen in das Gebiet zu bringen, sondern sie auch mit Tränengaskanistern bewaffnet und befreite Gefangene an die Grenze schickt.

In der vergangenen Woche haben die griechischen Medien mehrere Videos veröffentlicht, die die Gewalt an der Grenze beleuchten, darunter auch Aufnahmen von Dschihadisten, die Molotow-Cocktails auf die Grenzschutzbeamten werfen.

Angaben der griechischen Behörden

Das Filmmaterial behauptete auch, dass Tränengas auf griechische Grenzschutzbeamte abgefeuert wurde, Angriffe, die von Griechenland mit dem Einsatz großer Ventilatoren beantwortet wurden, die das Gas in Richtung der türkischen Grenze zurückblasen.

Einige Staatschefs der Europäischen Union, wie der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz, haben die griechische Politik zur Sicherung der Grenze unterstützt und eigenes Personal in das Gebiet geschickt.

Ylva Johansson, die EU-Kommissarin für Inneres, hat Griechenland jedoch wegen der Aussetzung von Asylanträgen nach der Grenzöffnung durch Erdogan angegriffen: „Einzelpersonen in der Europäischen Union haben das Recht, einen Asylantrag zu stellen. Das steht im Vertrag, das steht im internationalen Recht. Das können wir nicht aussetzen.“

Der Bemerkung geht auf die Kritik des Hohen Flüchtlingskommissariats der Vereinten Nationen (UNHCR) zurück, das die griechische Regierung Anfang des Monats ebenfalls kritisierte und sagte, die Aussetzung des Asyls sei nicht legal. Über 50.000 Migranten wurde die Einreise nach Griechenland verweigert, seit die Türkei die Grenze geöffnet hat. Die türkische Grenzöffnung eine Kriegserklärung an Europa?

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