Bild Zeitung fordert Leser auf Kippah zutragen

Im Kampf gegen Antisemitismus

Die deutsche Zeitung druckt ausgeschnittene Kippah und fordert die Leser auf, sie in Solidarität mit den Juden zu tragen.

Die deutsche Bild Zeitung veröffentlichte am Montag auf ihrer Titelseite eine ausgeschnittene Kippah-Schädelkappe derJuden und forderte die Leser auf, sich angesichts des zunehmenden Antisemitismus solidarisch mit der jüdischen Gemeinde des Landes zu zeigen.
Dies geschah, nachdem ein führender Regierungsbeamter die Juden in Deutschland gewarnt hatte, die traditionellen Schädelkappen nicht in der Öffentlichkeit zu tragen, weil die antisemitischen Angriffe im ganzen Land zugenommen hatten.
Felix Klein, der Antisemitismuskommissar der Regierung, sagte am Samstag gegenüber der Funke-Mediengruppe: „Ich kann Juden nicht raten, die Kippah überall in Deutschland zu tragen.“
Als Reaktion darauf forderte Deutschlands beliebteste  Bild Zeitung die Leser auf, die ausgeschnittene Kippah als Zeichen der Solidarität mit der jüdischen Gemeinde zu tragen, und veröffentlichte sogar ein Video auf ihrer Website, in dem gezeigt wurde, wie man sie herstellt.

„Tragen Sie es, damit Ihre Freunde und Nachbarn es sehen können. Erklären Sie Ihren Kindern, was die Kippah ist“, schrieb Chefredakteur Julian Reichelt.
„Posten Sie ein Foto mit der Kippah auf Facebook, Instagram, Twitter. Gehen Sie damit auf die Straße.“
„Darauf gibt es nur eine Antwort: Nein, das muss nicht der Fall sein!“ er schrieb. „Wenn es so ist und wenn es so bleibt, dann haben wir angesichts unserer Geschichte versagt.“
Er forderte die Leser auf, die jüdische Gemeinde zu unterstützen.
„Wenn nicht einmal eine Person in unserem Land die Kippa tragen kann, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen, muss die einzige Antwort sein, dass wir alle die Kippa tragen“, schrieb Reichelt. „Die Kippah gehört nach Deutschland!“
Die Besorgnis über den Anstieg des Antisemitismus in Deutschland nimmt zu, und Regierungsangaben deuten auf eine Zunahme antisemitischer Angriffe hin.
Vom Innenministerium veröffentlichte Daten zeigen, dass die Zahl der antisemitischen Hassverbrechen zwischen 2017 und 18 um fast 20% gestiegen ist, während die Zahl der physischen Angriffe auf Juden von 37 im Jahr 2017 auf 69 im letzten Jahr angestiegen ist.
Laut Innenminister Horst Seehofer wurden rund 90% der gemeldeten Vorfälle von Anhängern rechtsextremer Gruppen begangen.
„Dies ist eine Entwicklung, der wir uns vor allem in diesem Land stellen müssen“, sagte Seehofer im Mai auf einer Pressekonferenz. „Dies ist eine Aufgabe für die Polizei und die gesamte Gesellschaft.“
Bundeskanzlerin Angela Merkel hat auch die antisemitische Kriminalität in Deutschland angeprangert und zu einem „Null-Toleranz-Ansatz“ aufgerufen.
„Die Menschen, die heute aufwachsen, müssen wissen, wozu die Menschen in der Vergangenheit in der Lage waren, und wir müssen proaktiv daran arbeiten, dass dies niemals wiederholt wird“, sagte sie im Januar.
Bild Urheberrechtshinweis nach EU-Urheberrecht Artikel 13
Beitragsbild: Screenshot Bild Zeitung