Deutschland verschifft 52 Container mit gefährlichem Material aus dem gesprengten Hafen von Beirut

Heim ins Reich

Eine deutsche Firma hat 52 Container mit gefährlichem Material im Hafen von Beirut aufbereitet und wird sie aus dem Libanon transportieren, so der deutsche Botschafter am Samstag, wenige Monate nach einer gigantischen Explosion im Hafen.

Andreas Kindl teilte auf Twitter mit, dass die Schwerlasttransportfirma Combi Lift „52 Container mit schädlichem und gefährlichem chemischen Material aufbereitet hat, die sich über Jahrzehnte angesammelt hatten und eine Gefahr für die Menschen in Beirut darstellten“.

„Sie stehen bereit, um nach Deutschland verschifft zu werden“, so der Sprecher weiter.

Die Explosion am 4. August, bei der ein Vorrat an Ammoniumnitrat-Dünger explodierte, der jahrelang planlos im Beiruter Hafen gelagert worden war, tötete mehr als 200 Menschen, verletzte mindestens 6.500 weitere und verwüstete weite Teile der Hauptstadt.

Die schlimmste libanesische Katastrophe in der Friedensperiode löste Besorgnis über die verbleibenden Lieferungen gefährlicher Chemikalien aus, die immer noch auf dem Gelände der Explosionsstelle gelagert werden.

Deutschland verschifft 52 Container

Im November unterzeichnete der Libanon einen Vertrag mit dem Unternehmen Combi Lift, das bereits im Hafen tätig war, um Container mit gefährlichen Chemikalien zu entladen.

Die Container, zu denen auch ätzende Säuren gehören, waren über ein Jahrzehnt lang unter Aufsicht der libanesischen Zollbehörde in einer Freiluft-Frachtzone gelagert worden, hieß es damals.

Wenn sie Feuer fangen, „wird Beirut ausgelöscht werden“, erklärte Interimshafenchef Bassem al-Kaisi im November.

Kindl veröffentlichte am Samstag auf Twitter Bilder, die marode Container im Hafen zeigten und aus denen anscheinend Chemikalien ausliefen.

Die libanesischen Behörden haben mitgeteilt, dass Combi Lift die Chemikalien in speziellen Containern als Teil eines 3,6-Millionen-Dollar-Deals verschiffen wird, wovon die Hafenbehörde Berichten zufolge 2 Millionen Dollar zahlen wird.

Die libanesische Armee und die Hafenbehörde haben erklärt, dass sie nicht über das Fachwissen verfügen, um einen solchen Prozess abzuwickeln.

Der Libanon hat eine Untersuchung der Explosion im August eingeleitet, inmitten der öffentlichen Wut gegen eine politische Führungsebene, die weithin für die Tragödie verantwortlich gemacht wird.

Mindestens 25 Personen wurden verhaftet, darunter der Hafenchef und der Leiter der Zollbehörde, aber kein Politiker wurde zur Verantwortung gezogen. Für den einen heißt die Überschrift: Deutschland verschifft 52 Container mit gefährlichem Material aus dem gesprengten Hafen von Beirut. Aber für den anderen heißt es Heim ins Reich: Deutschland holt sich 52 Container kontaminiertes Material aus dem gesprengten, verseuchten Hafen von Beirut der tausende in die Obdachlosigkeit und Armut trieb und vielleicht auch in einen schleichenden Tod.

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