Erdoğan droht die Türkei wird US-Militärstützpunkte schließen

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan droht nun aus Angst vor Sanktionen zwei strategische US-Militärstützpunkte zuschließen.

Präsident Recep Tayyip Erdoğan droht am Sonntag mit der Schließung zweier strategischer Militärstützpunkte, die von den USA genutzt wurden, nachdem Washington vor Sanktionen wegen des Kaufs russischer Waffen gewarnt hatte, berichtet Zeit.de.

Erdoğan droht die Türkei wird bei Bedarf Incirlik und Kurecik schließen“, sagte Erdoğan im regierungsnahen Fernsehsender A Haber.

Herr Recep Tayyip Erdoğan hat diese Möglichkeit in der Vergangenheit in Zeiten der Spannungen zwischen den beiden Ländern regelmäßig angesprochen.

Die US Air Force nutzt den Luftwaffenstützpunkt bei Incirlik für Angriffe auf Positionen, die ISIS in Syrien inne hatte. Die Kurecik-Basis beherbergt eine große Nato-Radarstation.

Außenminister Mevlut Cavusoglu hat in der vergangenen Woche das Thema der Stützpunkte angesprochen. Als Reaktion auf Washingtons Androhung neuer Sanktionen warnte er, dass ihre Schließung „auf den Tisch gelegt“ werden könne.

Angst vor Sanktionen

Trotz der Warnungen aus Washington drohen der Türkei Sanktionen wegen der Entscheidung, das russische Raketenabwehrsystem S-400 zu kaufen.

Ebenfalls am Sonntag führte Herr Erdoğan Gespräche mit dem Leiter der von den Vereinten Nationen unterstützten Regierung des Nationalen Abkommens in Libyen, Fayez Al Sarraj, in Istanbul. Das Treffen fand einige Tage nach der Ankündigung des türkischen Führers statt, er sei bereit, Truppen nach Libyen zu entsenden, wenn dies von der Regierung von Herrn Al Sarraj gefordert wurde.

Das Treffen unter Ausschluss der Öffentlichkeit, das nicht auf der offiziellen Tagesordnung von Herrn Erdoğan stand, fand laut türkischer Präsidentschaft im Dolmabahce-Palast aus der Zeit der Osmanen in Istanbul statt.

Während des vorherigen Treffens der beiden Männer am 27. November in Istanbul einigten sich die beiden auf ein Abkommen über Sicherheit, militärische Zusammenarbeit und Seerecht.

Das Abkommen kam trotz der Forderungen der Arabischen Liga – zu der auch Libyen gehört – zustande, die Zusammenarbeit mit der Türkei aus Protest gegen ihre Militäroffensive gegen die kurdischen Streitkräfte in Syrien zu beenden.

Libyen steckt seit einem von den Nato unterstützten Aufstand des gestürzten Diktators Muammar Qaddafi im Jahr 2011 im Chaos.

Und am Freitag hat die Türkei den US-Botschafter vorgeladen, nachdem der Senat dem Unterhaus gefolgt war und dafür gestimmt hatte, die Morde an Armeniern von 1915 als Völkermord anzuerkennen. Das Gesetz muss noch von Präsident Donald Trump unterzeichnet werden.

Laut Armenien starben 1,5 Millionen Menschen bei den Morden. Die Türkei sagt, die Zahl der Todesfälle sei weitaus geringer gewesen, und auch die Türken seien gestorben.

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Beitragsbild: Beril Huliselan