Erdogan: Religiöses Kopftuchverbot am Arbeitsplatz ist islamfeindlich
Mit Schildern mit der Aufschrift „Berühre mein Kopftuch nicht!“ demonstrieren Demonstranten in Ankara am 23. Oktober 2008, um auf Änderungen der türkischen Verfassung zu drängen, die das Tragen von Kopftüchern an Universitäten verbietet. (Reuters/Umit Bektas)

Die Türkei kritisiert das Urteil des Europäischen Gerichtshofs zum Kopftuchverbot,
Ankara bezeichnet ein religiöses Kopftuchverbot am Arbeitsplatz für islamfeindlich.

Der Sprecher des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan hat am Sonntag eine Entscheidung des EU-Gerichts verurteilt, die es Arbeitgebern erlaubt, Mitarbeitern das Tragen von muslimischen Kopftüchern zu verbieten. Sollte man ein religiöses Kopftuchverbot am Arbeitsplatz als islamfeindlich bezeichnen oder sollte man hier den politischen Islam suchen und finden?

„Die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs zu Kopftüchern am Arbeitsplatz ist ein weiterer Schlag gegen die Rechte muslimischer Frauen mit Kopftuch und wird den Kriegstreibern gegen den Islam in Europa in die Hände spielen“, twitterte Ibrahim Kalin.

„Schließt das Konzept der Religionsfreiheit jetzt Muslime aus?“

Der Europäische Gerichtshof entschied am Donnerstag, dass Unternehmen ihren Mitarbeitern das Tragen von religiösen oder politischen Symbolen verbieten können, wenn sie „eine Politik der politischen, philosophischen und religiösen Neutralität gegenüber ihren Kunden oder Nutzern verfolgen wollen“.

Das Urteil gilt für alle Symbole, bei denen ein „echter Bedarf“ für ein Verbot besteht.

Das Urteil des Luxemburger Gerichts bekräftigt eine Entscheidung aus dem Jahr 2017. Der Fall wurde als Widerspruch zu einer Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte aus dem Jahr 2013 gesehen, die das Tragen von christlichen Kreuzen am Arbeitsplatz erlaubte.

Das türkische Außenministerium sagte am Sonntag, dass die jüngste Entscheidung kam, da „Islamophobie, Rassismus und Hass, die Europa als Geisel genommen haben, zunehmen“, und dass es „die Religionsfreiheit missachtet und eine Grundlage und rechtliche Deckung für Diskriminierung schafft“.

Erdogans Regierung kritisiert oft westliche Institutionen für das, was sie als Angriffe auf die Rechte der muslimischen Bürger bezeichnet. Erdogan: ,,Religiöses Kopftuchverbot am Arbeitsplatz ist islamfeindlich“? Wie ist es mit der viel gepriesenen Religionsfreiheit, wenn man sichtbare Symbole einer Religion am Arbeitsplatz verbietet?

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