Facebook muss Beitrag wieder herstellen, der Muslime zur Gewalt anstachelt

Ein Beobachter der Meinungsfreiheit sagt, der Beitrag Muslime zur Gewalt aufstacheln könnte stelle keine unmittelbare Bedrohung dar.

Facebook wurde angewiesen, einen Beitrag wieder online zu stellen, den es aufgrund von Anschuldigungen, er würde Muslime zu Gewalt aufrufen, entfernt hatte.

Das sogenannte Oversight Board, eine internationale Überwachungsstelle, die den Umgang von Facebook mit Beiträgen überwacht, die Beschwerden über Hass oder Missbrauch auslösen, sagte, dass der Beitrag keine unmittelbare Bedrohung darstellte.

Die Beziehungen zwischen Frankreich und seiner muslimischen Bevölkerung sind angespannt, seit der Lehrer Samuel Paty getötet wurde, nachdem er im Unterricht Karikaturen des Propheten Mohammed diskutiert hatte.

Meinungsfreiheit

Der Facebook-Post wurde auf eine Online-Gruppe für indische Muslime hochgeladen und enthielt Hashtags, der Macron als Teufel bezeichnete und zum Boykott französischer Waren aufrief.

Laut der Behörde erlauben es die Menschenrechtsstandards, Ideen und Meinungen zu äußern, auch wenn diese „umstritten oder zutiefst beleidigend“ sind, sowie die Beleidigung „durch solche Äußerungen“.

Der Big Tech Gigant entschied zunächst, dass der Beitrag gegen seine Gemeinschaftsstandards zum Thema Gewalt und Aufwiegelung verstößt.

Am Freitag stimmte eine Mehrheit der von Facebook finanzierten unabhängigen Gruppe nicht zu.

„Eine Mehrheit fand, dass Facebook bei diesem speziellen Beitrag nicht alle Kontextinformationen richtig bewertet hat und dass internationale Menschenrechtsstandards zur Meinungsäußerung die Entscheidung des Forums, den Inhalt wiederherzustellen, rechtfertigen“, teilte Oversight Board in einer Erklärung mit.

Das Social Media Unternehmen kündigte an, dass es den Inhalt innerhalb von sieben Tagen wiederherstellen werde.

„Während eine Minderheit den Beitrag als Androhung einer gewalttätigen Reaktion auf Blasphemie ansah, betrachtete die Mehrheit die Verweise auf Präsident Macron und den Boykott französischer Produkte als Aufrufe zum Handeln, die nicht unbedingt gewalttätig sind“, hieß es in der Erklärung der Regulierungsbehörde.

„Die Mehrheit interpretierte den Beitrag als Kritik an der Reaktion auf religiös motivierte Gewalt und nicht als Androhung von Gewalt selbst. Der Vorstand stellt fest, dass seine Entscheidung, diesen Beitrag wiederherzustellen, keine Billigung seines Inhalts darstellt“, heißt es weiter.

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