Die französische Polizei hat sich angeblich geweigert, eine Person in der Stadt La Rochelle zu verhaften, da sie befürchtete, dass sie wegen Rassismusvorwürfen entlassen werden oder die Verhaftung neue Unruhen auslösen könnte.

Der Vorfall ereignete sich am Dienstagabend, als ein junger Radfahrer bei einer Polizeistreife mehrmals „ACAB“, ein Akronym für „all cops are bastards“, rief. Als die französische Polizei sich umdrehte, um den jungen Mann zu konfrontieren, setzte er eine Flut von Beleidigungen auf sie los, aber der Jugendliche wurde schließlich höflich losgelassen.

Einem Bericht der Zeitung Valeurs Actuelles zufolge wurde der junge Mann nicht verhaftet, weil die französische Polizei befürchtete, als rassistisch abgestempelt zu werden, oder weil sie befürchtete, dass eine Verhaftung im Gefolge der Proteste gegen die „Black Lives Matter“ in Frankreich und auf der ganzen Welt neue Unruhen auslösen könnte.

Die Beamten sind angeblich auch besorgt, dass sie wegen Rassismusvorwürfen ihren Arbeitsplatz verlieren könnten. Die Befürchtungen wurden durch den französischen Innenminister Christophe Castaner geweckt, der am Montag erklärte, dass „eine Suspendierung systematisch für jeden erwiesenen Verdacht einer rassistischen Handlung oder Rede“ durch die Polizei in Betracht gezogen werden müsse.

Castaners Äußerungen haben bei vielen heftige Kritik hervorgerufen, unter anderem bei Denis Jacob, dem Generalsekretär der Gewerkschaft der alternativen Polizei CFDT, und dem populistischen National Rallye-Führer Marine Le Pen. Sowohl Le Pen als auch Bruno Retailleau, der Präsident der rechtsgerichteten republikanischen Gruppe im französischen Senat, behaupteten, die Anschuldigungen könnten bedeuten, dass die Beamten mit einer „Vermutung der Schuld“ und nicht mit einer Unschuldsvermutung konfrontiert seien.

Le Pen genießt seit langem starke Unterstützung von Polizei, Gendarmerie und Militär. In einem Bericht aus dem Jahr 2019 wird behauptet, dass ihre Nationale Kundgebung bei den Wahlen zum Europäischen Parlament im vergangenen Jahr in Gebieten mit einer hohen Anzahl von Truppen und Gendarmen breite Unterstützung fand.

Die Furcht der Offiziere vor neuen Unruhen ist ebenfalls ein großes Thema, da die Proteste gegen Black Lives Matter in Paris während der strikten Sperrmaßnahmen des Wuhan-Coronavirus in Unruhen übergehen. Auch in sensiblen No-Go-Vierteln im ganzen Land kam es zu mehr nächtlichen Unruhen, die durch Vorwürfe der Polizeibrutalität ausgelöst wurden. Französische Polizei lehnt Verhaftung wegen Angst vor Entlassung wegen Rassismus ab?

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