Griechische Inseln Migrantenlager nach 30 Coronavirus-Fällen geschlossen

AUF DER INSEL CHIOS

Ein Migrantenlager auf der griechischen Insel Chios wurde unter Quarantäne gestellt, nachdem mindestens 30 Bewohner im Empfangszentrum für Migranten positiv auf das Wuhan-Coronavirus getestet worden waren.

Die Abriegelung ist die zweite für das Migrantenlager Vial, das im August kurzzeitig unter Quarantäne gestellt wurde. Es wird geschätzt, dass derzeit etwa 3.200 umsiedlungswillige Einwanderer im Empfangszentrum für Migranten leben, und nach den neuen Regeln wird niemand das Internierungslager verlassen dürfen.

Das griechische Ministerium für Migration und Asyl hat am Mittwoch zusammen mit dem Gesundheitsministerium und dem Ministerium für Bürgerschutz die neuen Maßnahmen angekündigt, berichtet Proto Thema.

Der Zeitung zufolge will die Regierung außerdem vorrangig schwangere Frauen, die mindestens im fünften Monat schwanger sind, zum Schutz ihrer Neugeborenen auf das griechische Festland verlegen, damit sie keine Chance haben, in einem Inselkrankenhaus zu entbinden.

Das Migrantenlager Moria auf der Insel Lesbos wurde ebenfalls in einen ähnlichen Lockdown versetzt, bevor das Empfangszentrum für Migranten im vergangenen Monat von einem Feuer heimgesucht wurde, das einen Großteil des Lagers zerstörte.

Das Feuer wurde angeblich von mehreren in dem Empfangszentrum für Migranten lebenden Afghanen gelegt und machte schätzungsweise 13.000 Migranten obdachlos.

Sechs Männer aus Afghanistan, zwei von ihnen minderjährig, wurden später im Zusammenhang mit den Bränden verhaftet. Später wurde auch Filmmaterial veröffentlicht, das Migranten beim Legen der Brände zeigt.

Nach den Bränden in Moria boten viele Nationen, wie etwa Deutschland, an, Migranten von den griechischen Inseln aufzunehmen. Andere, wie Österreich, weigerten sich, überhaupt welche aufzunehmen, sondern boten stattdessen Geld für einen ausländischen Katastrophenfonds an.

Nach der Ankündigung des Coronavirus-Ausbruchs auf Chios forderte der österreichische sozialdemokratische Landeshauptmann von Kärnten, Peter Kaiser, die Europäische Union auf, einen „Solidaritätsfonds“ für jene Länder einzurichten, die bereit sind, Migranten aus dem ehemaligen Lager Moria aufzunehmen.

Kaiser erklärte auch, dass seine Region bereit sei, auch Kinder aus dem Lager aufzunehmen. Griechische Inseln Migrantenlager nach 30 Coronavirus-Fällen geschlossen oder für die Umsiedlung bereit gemacht?

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