Mediterranea Saving Humans soll 270.000 Euro für den Transport von Migranten nach Italien verlangt haben

Menschenhandel zahlt sich aus

Die italienische Migranten-Transport-NGO Mediterranea Saving Humans wurde beschuldigt, 125.000 € für den Transport von illegalen Einwanderern genommen zu haben, wobei neue Behauptungen besagen, dass die Organisation anfangs sogar 270.000 € verlangte.

Die Behauptungen drehen sich um ein Schiff der dänischen Firma Maersk, das im August letzten Jahres 27 Migranten im Mittelmeer aufnahm. Der Migranten-Transport-NGO Mediterranea Saving Humans wird vorgeworfen, eine Zahlung für den Transfer der Migranten auf ihr Transportschiff, die Mare Jonio, Wochen später, am 11. September, ausgehandelt zu haben.

Im November überwies das Unternehmen Maersk Berichten zufolge 125.000 € an Idra Social Shipping, die Firma, der die Mare Jonio gehört. Es wird behauptet, dass das Geld ausgehandelt wurde, bevor die Migranten-Transport-NGO Mediterranea Saving Humans die illegalen afrikanischen Einwanderer abholte und dass die Organisation ursprünglich 275.000 Euro gefordert hatte, berichtet Il Giornale.

Handel mit Afrikanern

Während weder das Unternehmen Maersk noch das Unternehmen Idra Social Shipping bestreitet, dass der Bargeldtransfer stattgefunden hat, behaupten beide, dass das Geld Wochen nach der Übergabe der Migranten vereinbart wurde und nicht vorher.

Nach Angaben von Idra Social Shipping wurde das Geld vereinbart, um die Kosten für den Einsatz der Mare Jonio im Mittelmeer abzudecken.

Die italienische Staatsanwaltschaft behauptet unterdessen, dass die Migranten-Transport Organisation aus der Aufnahme der illegalen afrikanischen Einwanderer Profit schlagen wollte und gab bekannt, dass Beppe Caccia, ein Vorstandsmitglied der NGO, vom 8. bis 10. September viermal mit einer aus Dänemark stammenden Nummer telefoniert habe.

Der vorliegende Bericht ist nicht das erste Mal, dass Migranten-Transport-NGO Mediterranea Saving Humans in den letzten Jahren von den italienischen Behörden überprüft wird. Im April 2019 verhörte die Polizei den Mitbegründer Luca Casarini wegen des Vorwurfs, die Migranten-Transport Organisation habe illegale Migration gefördert.

Andere NGOs, die Migranten im Mittelmeer aufgreifen, wurden ebenfalls beschuldigt, direkt mit Schleppern zusammenzuarbeiten, um illegalen afrikanischen Einwanderer nach Europa zu bringen.

Zum Beispiel erklärte das deutsche Gemeinsame Analyse- und Strategiezentrum für illegale Migration (Gasim) im vergangenen Juli, dass Menschenhändler aktiv die Position von NGO-Schiffen vor der libyschen Küste verfolgen und erklärte: „Nach Angaben von Flüchtlingen und Migranten nutzten Schleuser die Tracking-Funktion auf verschiedenen Webseiten, um den Aufenthaltsort von NGO-Schiffen zu ermitteln und nahmen in Einzelfällen über ein Satellitentelefon Kontakt zu ihnen auf.“  Mediterranea Saving Humans soll 270.000 Euro für den Transport von Migranten nach Italien verlangt haben. Nun soll einer sagen, dass der Handel mit Afrikanern kein Geschäft für No Profit Organisationen ist.

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