Buntland-News: Neonazi gesteht Ermordung vom migrantenfreundlichen deutschen Politiker

Die Hexenjagd beginnt

Die Ermittler untersuchen immer noch, ob noch Rechtsextremisten an der Ermordung von Walter Lübcke beteiligt waren.
BERLIN, Deutschland  – Ein Neonazi, der im Verdacht steht, einen Politiker von Bundeskanzlerin Angela Merkel ermordet zu haben, hat den Behörden mitgeteilt, dass er allein gehandelt habe, doch die Ermittler prüfen immer noch, ob noch jemand daran beteiligt war, teilte der deutsche Sicherheitsbeamte mit.
Walter Lübcke, der die Kasseler Regionalverwaltung in Mitteldeutschland leitete, wurde am 2. Juni bei sich zu Hause tödlich in den Kopf geschossen. Ein 45-jähriger deutscher Mann mit einer Reihe von Verurteilungen wegen gewaltsamer Verbrechen gegen Migranten, Stephan Ernst, wurde später als mutmaßlicher Mörder verhaftet.

Neonazi gesteht Ermordung

Innenminister Horst Seehofer sagte gegenüber Reportern, nachdem er und der deutsche Bundesanwalt vor dem Innenausschuss des Parlaments erschienen war, dass der Verdächtige Rechtsextremist gestanden habe. Er „sagt sich, dass er ein Einzeltäter war, aber das ist natürlich nicht das Ende der Ermittlungen für uns“, fügte Seehofer hinzu. „Die Bemühungen, dieses politische Morden aufzuklären, sind damit nicht abgeschlossen.“
Die Behörden werden weiterhin gründlich prüfen, „ob es Zubehör oder sogar Mittäter gab“, fügte er hinzu. „Wir werden auch intensiv klären, in welche Kreise der mutmaßliche Täter unterwegs war.“
Lübcke war dafür bekannt, dass er die Begrüßungspolitik für Flüchtlinge unterstützte, die Merkel während eines Einwanderungszustroms im Jahr 2015 verfolgte, als Hunderttausende Menschen vor Krieg und Verfolgung Schutz in Deutschland suchten.
Der Verdächtige war der Polizei als Rechtsextremist mit Verurteilungen wegen Gewaltverbrechen von Ende der 1980er bis 2009 bekannt, berichteten deutsche Medien. Dazu gehört ein Rohrbombenanschlag von 1993 auf ein Flüchtlingsheim in Hessen, wo sich Kassel befindet.
Der Chef des deutschen Nachrichtendienstes sagte jedoch, dass er in den letzten zehn Jahren nicht mehr auf dem Radar der Agentur gestanden habe.
Die Ermordung hat Erinnerungen an den Nationalsozialistischen Untergrund geweckt, eine Neonazi-Gruppe, die zwischen 2000 und 2007 10 Menschen in Deutschland – hauptsächlich Einwanderer – getötet hat. Die Behörden haben die Morde erst 2011 mit rechtsextremen Aktivitäten in Verbindung gebracht, als zwei der drei Mitglieder der Gruppe Kernmitglieder starben nach einem verpfuschten Banküberfall.
Letzte Woche teilte die Polizei mit, sie untersuche eine Reihe von Drohungen, die einige Tage nach Ernsts Verhaftung an Beamte und Institutionen gerichtet worden waren. Es war unklar, ob sie mit Lübckes Mord zusammenhängen.
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