Polizei verhaftet Journalisten, der über Amoklauf in Vetlanda berichtet

Die schwedische Polizei in der Stadt Uppsala hat diese Woche den Journalisten Zoltán Bugnyár vom ungarischen Fernsehsenders HÍRTV zwei Stunden lang festgehalten, nachdem er eine Reportage vor einer örtlichen Polizeistation aufgezeichnet hatte.

Der Korrespondent Zoltán Bugnyár berichtete am Mittwoch über eine Messermann Amoklauf in Vetlanda, bei der ein afghanischer Migrant acht Menschen verletzte, als sich ihm uniformierte Polizisten näherten.

„Obwohl unser Korrespondent keinen Widerstand leistete, seinen Presseausweis vorzeigte und erklärte, dass er mit den Behörden kooperiere und den Schauplatz verlassen würde, ließen ihn die Polizisten nicht gehen. Er wurde in das Polizeigebäude gebracht, in den Verhörraum geführt, wo ihm nicht erlaubt wurde, zu telefonieren. Er wurde für zwei Stunden festgehalten,“ so eine Sprecherin des Senders.

Die Sprecherin merkte an, dass Bugnyár nicht wusste, dass das schwedische Gesetz das Filmen von „geschützten Gebäuden“ wie Polizeistationen verbietet.

„Er wurde nicht darüber informiert, welches spezielle Gesetz das verbieten würde. Darüber hinaus wollte die Polizei, dass er eine Aussage auf Schwedisch macht.“

„Obwohl der Reporter des ungarischen Fernsehsenders HÍRTV Schwedisch spricht, fühlte er sich nicht wohl dabei, in einer Strafsache auf Schwedisch zu kommunizieren, also bat er am Telefon um einen Dolmetscher. Obgleich dies rechtlich zulässig ist, wurde ihm der Dolmetscher verweigert“, so die Sprecherin.

Dem Journalisten wurde auch jegliche Dokumentation seiner Festnahme und Vernehmung verweigert, und sowohl seine Kamera als auch sein Telefon wurden von der schwedischen Polizei beschlagnahmt.

„Das Vorgehen der schwedischen Behörden ist empörend, weil die Polizei gegen einen Journalisten vorgegangen ist, als er bei der Arbeit war, und er seine Arbeit ohne böse Absichten gemacht hat. Unsere Position in HÍRTV ist folgende: Die Polizeiaktion war unverhältnismäßig und unnötig, was inakzeptabel ist“, sagte der ungarische Sender.

Der Zwischenfall kommt nach mehreren Konflikten zwischen Schweden und Ungarn in den letzten Jahren, wie zum Beispiel im Jahr 2018, als der ungarische Außenminister Peter Szijjarto den schwedischen Botschafter in Budapest wegen Kommentaren von Schwedens damaliger Außenministerin Margot Wallstrom vorgeladen hat, die der Ungar als“ Attacke auf Ungarn durch die einwanderungsfreundliche schwedische Regierung“ sah.

Im darauffolgenden Jahr brach ein weiterer Streit zwischen den beiden EU-Mitgliedsstaaten aus, nachdem die schwedische Ministerin für soziale Sicherheit Annika Strandhäll indirekt Vergleiche mit dem deutschen Nazi-Regime angestellt hatte, wenn sie sich auf die familienfreundliche Politik Ungarns bezog. Schwedens Polizei verhaftet Journalisten, der über Amoklauf in Vetlanda berichtet?