Buntlandnews: Deutsches Unternehmen schickt Chemikalien zur Sarin Herstellung nach Syrien

Die Süddeutsche Zeitung berichtete, dass die Chemikalien zwar in legitimen Arzneimitteln verwendet werden können, sie aber auch zur Herstellung des verbotenen Nervengifts Sarin verwendet werden können.

Der Essener Chemiegroßhändler Brenntag AG hat 2014 über eine Schweizer Konzerntochter Isopropanol und Diethylamin an ein syrisches Pharmaunternehmen mit Verbindungen zum Assad-Regime verkauft. Das Unternehmen gab bekannt, dass eine Schweizer Tochtergesellschaft dem syrischen Arzneimittelhersteller Mediterranean Pharmaceutical Industries (MPI) die Chemikalien Diethylamin und Isopropanol zur Herstellung eines Schmerzmittels geliefert hat. Die Transaktion, die von ihrer Tochtergesellschaft Brenntag Schweizerhall AG durchgeführt wurde, war „in Übereinstimmung mit dem geltenden Recht“. .
Brenntag sagte, MPI produziere das Schmerzmittel in Lizenz für „einen bekannten Schweizer Pharmahersteller“, nannte das Unternehmen jedoch nicht.
Die Süddeutsche Zeitung berichtete, dass beide Chemikalien zwar in legitimen Arzneimitteln verwendet werden können, sie aber auch zur Herstellung des verbotenen Nervenwirkstoffs Sarin verwendet werden können.
Ein Bericht der UN-Kommission vom März stellte fest, dass Präsident Bashar Al-Assad zwischen 2013 und 2019 Sarin und Chlor für Angriffe auf seine Bevölkerung verwendet hatte.
Die Regierung bestreitet den Einsatz chemischer Waffen.
Das deutsche Unternehmen erklärte, es habe die Ausfuhrbeschränkungen der Europäischen Union nicht umgangen und das schweizerische Staatssekretariat für Wirtschaft habe die Einhaltung der Ausfuhrbestimmungen bestätigt.
Der Schweizer Arzneimittelhersteller Novartis gab bekannt, dass er MPI-Auftragsfertigungs- und Vertriebsrechte für Produkte wie das Schmerzlinderungs-Hautgel Voltaren erteilt hat.
Novartis teilte mit, dass MPI zwar den Wirkstoff für das Produkt im Jahr 2014 geliefert habe, jedoch für die Beschaffung anderer Inhaltsstoffe wie Isopropanol oder Diethylamin verantwortlich sei. Die Schweizer Gruppe habe dabei keine Rolle gespielt.
Novartis fügte hinzu, dass das schweizerische Staatssekretariat für Wirtschaft im Mai vergangenen Jahres aufgefordert wurde, Herstellungsdokumente vom MPI abzugeben, und dies freiwillig.
Nach den Nachrichten vom Donnerstag fielen die Aktien von Brenntag um 5,8%.
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